Enterprise Architects – Schlüsselrolle für Digitale Transformation

Kurz vorm Jahreswechsel las ich mit Begeisterung einen Beitrag auf CIO.de „Digitale Transformation – McKinsey-Plädoyer für Enterprise Architects„.

Die richtige Architektur, sowohl im Business als auch in der IT ist aus meiner Sicht der Schlüssel für eine erfolgreiche digitale Transformation. Insbesondere in Enterprise Unternehmen, die mit fachlicher und technischer Komplexität große Herausforderungen zu meistern haben ist eine schlüssige und flexible Architektur unerlässlich.

Die Stärkung der Truppe im Unternehmen, die sich mit diesen Fragen beschäftigt, ist absolut richtig.

Neben der Stärkung der Wahrnehmung und der Ausstattung mit mehr „Durchgriff“ für Enterprise Architects ist aus meiner Sicht auch eine Erweiterung der Aufgabendefinition essentiell.
Wie meistens, so auch im oben erwähnten Beitrag wird die Enterprise Architektenrolle sehr technik-nah / IT-nah definiert und gelebt. Auch wenn, wie in der dem Artikel zugrundeliegenden Studie gefordert wird, die EAs aus dem „Hinterzimmer in der IT“ an eine sichtbare und einflussreiche Position gebracht werden müssen fehlt mir eine Erweiterung des Aufgabenspekturms mehr hin zum „Business Enterprise Architekten“.

Die Herausforderungen in der Digitalen Transformation sind nicht hauptsächlich in der IT oder Technologie zu suchen. Technologie spielt unzweifelhaft eine wichtige Schlüsselrolle, aber ohne eine grundlegende Neuausrichtung der Business Strategie (Zielgruppen, Produkte, Services, Mindset, Unternehmenskultur) wird auch eine gute technologische Unterstützung nur einen bedingten Erfolg in der Digitalen Transformation bringen.

In Kombination von Business EAs und IT EAs entsteht ein schlagkräftiges Team das in der Lage ist die Richtung für eine erfolgreiche Digitale Transformation eines Unternehmens vorzugeben.

Innovation & Digitalisierung: Herausforderung für die deutsche Wirtschaft

Die Expertenkommission Forschung und Innovation hat ihr neues Gutachten vorgelegt.

Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) mit Sitz in Berlin leistet wissenschaftliche Politikberatung für die Bundesregierung und legt regelmäßig Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands vor. Wesentliche Aufgabe der EFI ist es dabei, die Stärken und Schwächen des deutschen Innovationssystems im internationalen und zeitlichen Vergleich zu analysieren und die Perspektiven des Forschungs- und Innovationsstandorts Deutschland zu bewerten. Auf dieser Basis entwickelt die EFI Vorschläge für die nationale Forschungs- und Innovationspolitik. [Quelle: Presserklärung EFI]

Erfreulich, so die EFI, ist dass die Intensität mit der F&E in Deutschland betrieben wird in den letzten Jahren durchgehend gewachsen ist.

Baden-Württemberg, Berlin und Bayern führen die Rangliste der Bundesländer im Bereich der Innovationskraft an.

Dass dies kein „Ruhekissen“ darstellt macht die Kommission in dem 170 Seiten umfassenden Gutachten klar.

Insbesondere das KMU Segment, bekanntlich eine starke Stütze der deutschen Wirtschaft, wird bei der Innovationsintensität / Innovationsaufgaben im internationalen Vergleich nur als „gering“ eingestuft.

Als Hemmnisse identifizieren die Herausgeber u.a. die hohen Innovationskosten, Mangel an Fachkräften und die zu geringe staatliche Subventionierung von Innovation. Insbesondere eine steuerliche Förderung von F&E Ausgaben, wie sie in vielen Vergleichsländern schon länger gegeben ist, wird als zielführend angesehen.

Weitere interessanten Thesen und Handlungsempfehlungen gibt es im Gutachten u.a. zu den Themen

  • Robotik
  • Digitale Geschäftsmodelle
  • e-Government

Das Gutachten gibt es in der Vollversion oder in einer Kurzfassung auf der Seite des EFI. Auch die vergangenen Gutachten und die Studien die Basis für die Gutachten darstellen sind dort einsehbar.